Brutvogelkartierung 2004-2007
Rebhuhn (Perdix perdix)
Verbreitung des Rebhuhnes in Sachsen
Räumliche Verteilung der Rasterpräsenz des Rebhuhnes

Aussagen zum Zustand und zu Veränderungen der heimischen Vogelwelt sind nur durch kontinuierliche oder wiederkehrende Zählungen und Kartierungen möglich. Zur Erfassung der Verbreitung und Häufigkeit von Brutvogelarten und zur Dokumentation der Bestandsentwicklung werden regelmäßig Brutvogelkartierungen durchgeführt. In Sachsen fanden landesweite Kartierungen in den Zeitabschnitten 1978-1982, 1993-1996 sowie 2004-2007 statt. Die Ergebnisse der Kartierung 1993-96 wurden im „Atlas der Brutvögel Sachsens“ (Hrsg. Sächsisches Landesamt für Umwelt und Geologie, 1998) veröffentlicht.

Die Organisation, Durchführung und Auswertung der aktuellen Kartierung 2004-2007 wird gemeinsam vom Sächsischen Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie und der Sächsischen Vogelschutzwarte getragen. An der sachsenweiten Erfassung aller Brutvogelarten beteiligten sich über 300 ehrenamtliche Vogelkundler. Die Gesamtfläche Sachsens wird dabei von 659 topographischen Rastereinheiten eines sogenannten Meßtischblattquadranten mit einer Grundfläche von etwa 32 km² repräsentiert. Für jedes Raster gab es einen verantwortlichen Kartierer, der alle vorkommenden Vogelarten nach Vorkommensstatus und Häufigkeit zu erfassen hatte. An den administrativen Grenzen wurden Status und Bestand nur für das sächsische Territorium ermittelt. Die Feststellung der einzelnen Arten je Rastereinheit wurde vom Kartierer den Nachweisstufen „Anwesenheit zur Brutzeit“ (Nachweisstufe A), „Möglicher Brutvogel“ (Nachweisstufe B), „Wahrscheinlicher Brutvogel“ (Nachweisstufe C) oder „Sicherer Brutvogel“ (Nachweisstufe D) zugeordnet, der Brutbestand in verschiedenen Häufigkeitsklassen – 1, 2, 3-5, 6-10 usw. – geschätzt.

Die Ergebnisse sollen wiederum in einem sächsischen Brutvogelatlas dargestellt werden. Darüber hinaus finden sie Eingang in den derzeit ebenfalls in Bearbeitung befindlichen „Atlas deutscher Brutvogelarten“ (ADEBAR), welcher von der Stiftung Vogelmonitoring herausgegeben wird.

Da nun bereits aus drei Zeitebenen Angaben vorliegen, können relativ gute Aussagen zur Bestandsentwicklung der Brutvogelarten getroffen werden. Während einige Arten, wie z. B. das Schwarzkehlchen, in ihrem Bestand zugenommen haben, sind bei einer Reihe anderer Arten zum Teil deutliche Abnahmen zu verzeichnen.
Ein besonders drastisches Beispiel ist das Rebhuhn. Anfang der 1980er Jahre wurde dessen Brutbestand in Sachsen auf nur noch reichlich 1 % der im 19. Jahrhundert belegten Vorkommen geschätzt. Doch kam die Art mit einem Bestand mit einem Bestand von 2500 bis 5000 Paaren noch nahezu flächendeckend im Offenland vor. Aufgrund des anhaltenden Bestandsrückgangs konnten bei der aktuellen Kartierung nur noch 200 bis 400 Rebhuhnpaare festgestellt werden, so daß diese Art in Sachsen inzwischen als „vom Aussterben bedroht“ gelten muß.

Die Kenntnis der landesweiten Verbreitung und des Bestandes von Vögeln ist auch eine Voraussetzung für die Erfüllung der Verpflichtungen der Bundesländer im Rahmen der EU-Vogelschutzrichtlinie. Sie diente als Grundlage für die Ausweisung neuer Vogelschutzgebiete in Sachsen und ist auch weiterhin für die Überwachung des Erhaltungszustandes der Vogelwelt (Monitoring) von Bedeutung.

Downloads

Initiates file downloadHinweise zur Bestandsschätzung
Initiates file downloadErfassungsbogen


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